Alan – 1. Preis der Jury / 1st award by jury

Statement der Jury:

ALAN erzählt überzeugend, wie während eines Familienfests im Mittleren Osten der Krieg näher kommt und die Familie zur Flucht gezwungen wird. Die Regie und der Schnitt bringen dem Zuschauer diese Menschen in liebevoller und sorgfältiger Beobachtung nahe. ALAN erzählt in kurzen prägnanten Momenten, was sich die Menschen für die Zukunft wünschen, wie die Eltern versuchen, ihre Kinder vor der kommenden Bedrohung zu beschützen, wie die Erwachsenen auch nach und nach erst begreifen, dass sie nicht bleiben können. Der Film erreicht, dass man sie als eine Familie erlebt, wie wir sie überall auf der Welt finden können.

In erzählerischer Konzentration auf den einen Tag des Festes und die darauffolgende Nacht macht ALAN auf eindringliche Weise den Verlust von Heimat deutlich. Am Ende packt die Familie in aller Eile ein paar Habseligkeiten in ein großes Bündel und fährt mit dem Pickup ins Dunkle davon, während die Zuschauer über den Abspann den Donner der Artillerie näher kommen hören und dann – so kann es gedeutet werden – eine Granate ins Haus der Familie einschlägt. ALAN zeigt, was die Menschen verlieren und zurücklassen müssen, welche Träume sie nun nicht mehr verwirklichen können.

Mostafa Gandomkar |  Iran | 2017 | 21 min

Die Familie lebt in sehr einfachen Verhältnissen, doch heute wird groß gefeiert. Etwas verloren wirkt der zum Mann erhobene Alan mit seiner Verletzlichkeit durch die Beschneidung und die anhaltende Kindlichkeit. Auch der Ernst der Männer trübt die Feierlichkeiten. Tapfer konnte das bodenständige Bild von Alltag, Familienwerten und religiöser Tradition aufrecht erhalten werden –  bis der Krieg naht, der bis heute in Syrien anhält.

The family lives in modest circumstances, but today is a big celebration. Alan has become a man, but he seems a little bit lost in his vulnerability caused by the circumcision as well as his lasting childishness. Also the earnestness of the fathers is darkening the festivity. Until now a calm life of daily routine, family values and religious traditions could be sustained bravely, but it is ended by upcoming war actions – that are still present in Syria.

Spielzeit: Block 2, Samstag, 21.10.2017, ca. 16:10 Uhr

Mostafa Gandomkar (*1986) studied Cinema in Tehran after his bachelor of graphics. He’s teaching cinema at some universities and to Iranian Youth Cinema Society. His last Film was Coat.

Contact: Majid Mohammaddoust | submission@cut-up.tv