1. Preis der Jury

Den ersten Preis der Konstanzer kurz.film.spiele 2014 vergibt die Jury an den Film „Electric Indigo“ von Jean-Julien Collette. Mit seiner elektrifizierenden Ästhetik zelebriert der Film alternative Lebensmodelle und feiert die kleinen und größeren Absurditäten des Alltages, ohne die Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben. Hierbei verbinden sich Sprache, Sound und Bildgestaltung zu einem heterogenen Gesamtwerk, dass die Zuschauer mit seinem Facettenreichtum auf eine besondere Reise schickt.

2. Preis der Jury

Mit „Bosteri unterm Rad“ hat Levin Hübner einen Dokumentarfilm geschaffen, der mit seiner langsamen Inszenierung einen entschleunigten Gegenentwuf zum atemlosen Gehetze unserer Zeit liefert. In drei konzentrisch gelagerten Blickwinkeln wirft der Film einen liebevollen Blick auf den fortschreitenden Verfall und ist damit ein filmisches Memento Mori eines Urlaubsortes und ein Denkmal für seine Einwohner. Wir sind froh, diesem Film den zweiten Preis bei den Konstanzer Kurzfilmspielen 2014 zu vergeben.

3. Preis der Jury

Der Spielfilm „Even Cowboys get to cry“ von Mees Pejinenburg portraitiert die Freundschaft zweier junger Männer, die durch einen schweren Schicksalsschlag auf die Probe gestellt wird. In sehr einfühlsamen Einstellungen zeigt der Film, wie in kurzer Zeit aus unglaublicher Nähe eine große Entfremdung entsteht. Die Rückkehr zu einer neuen Normalität ihrer Beziehung fordert von beiden große Stärke, Verständnis und Einfühlungsvermögen, die der Film – vor allem Dank der hervorragenden Leistung der beiden Schauspieler – auf beeindruckende Weise und ohne dabei aufdringlich zu sein, zeigt.

Lobende Erwähnung der Jury

Eine lobende Erwähnung möchte die Jury gerne an „Mother Earth“ von Piotr Zlotorowicz aussprechen. Der Film oszilliert zwischen polnischem Märchen und Familiengeschichte und bleibt dabei in seinem Anspruch opak und unbequem. Er hat dabei eine überraschen starke taktile Qualität, die im audiovisuellen Medium selten zu finden ist. Verstörende Fantasyelemente stehen hier eine eindrucksvollen Vater-Sohn Beziehung gegenüber.

Bester 100 Sekünder

In unter 100 Sekunden und mit nur wenigen Strichen zieht uns der humorvolle Gewinner des Jurypreises in dieser Kategorie auf die Seite eines gemobbten Einhorns, dessen Gegenwehr gegen bösartige, hyäneske Pferde schlussendlich nur mit Karmas Hilfe und Erbeeren gelingt. Wir gratulieren Daniel van Westen von der Kunsthochschule Kassel für „Recently in the Woods“.

Publikumspreis

Der Publikumspreis der 11. Konstanzer kurz.film.spiele geht an Stefan Müller und seinem Film Déjà-Moo.