I. Bonobo

Wir treten mit den unterschiedlichen Hauptfiguren in eine Welt ein, die durch einen Defekt lahmgelegt wird – ein Defekt, der gesellschaftliche Missstände in all ihrer Banalität und Brutalität offenlegt. Felix, Anas und Seydoux Alltag entwickelt sich zu einem existentiellen Kampf, den sie nicht gewinnen können und bei dem sie nicht nur von der Hausverwaltung alleine gelassen werden.

The last film we saw these past two days is our winner. The mosaic film that we announce as the first prize winner masters the difficult art of telling a story with multiple lead notes. In a clever way, this Swiss filmmaker makes an elevator the common enemy. We award first place to the Swiss filmmaker Zoel Aeschbacher and his crew for the film „Bonobo“.

II. The Beetle at the End of the Street

Der zweite Platz stellt eine kafkaeske Allegorie über das Leben und den Tod dar. Was, wenn der Betroffene, aber auch die Menschen einer dörflichen Gemeinschaft um ihn herum von dessen nahendem Tod wüssten? Der Film ist in typischer spanischer Kurzfilmmanier erzählt: morbide, überraschend mit bestechendem schwarzen Humor, voller wundervoller Pointen und Wendungen, erheiternd, erschreckend, aber auch nachdenklich stimmend geht dieser Preis an „The Beetle at the End of the Street“, Regie Joan Vives Lozano und sein Team.

III. Flächendecken

Die Bilder haben wir alle gesehen. Auf Facebook, YouTube, in anderen sozialen Medien. Wir kennen sie alle – und vergessen sie wieder. Der Regisseurin gelingt es, uns die machtvollen und wichtigen Bilder zurück ins Gedächtnis zu rufen. Schmerzhaft, schonungslos und unverfroren. Das Publikum wird aufgerufen, nicht nur zu konsumieren, sondern auch zu reagieren. Jetzt, täglich – bevor es zu spät ist. Der dritte Preis geht an Luise Fiedler und ihre Crew für ihren animierten Kurzfilm „Flächendecken“.

SPECIAL MENTION: Gold Fever

Im Kino geht es meist um das Sichtbare, das deutlich Erkennbare. Nicht in diesem Film. Der Protagonist ist ein Element, das kaum zu sehen ist. Für viele Menschen bedeuten diese winzigen Elemente jedoch das Leben. Regisseur Raul de la Fuente fängt dies gekonnt ein und porträtiert eine uns bis dato unbekannte Welt. Gleichzeitig ist die Arbeit dieser Männer ein steter Kampf gegen den Tod. Obwohl dokumentarisch erzählt, funktioniert der Film wie ein Thriller. Ein Thriller über eine Krankheit, die weit über die Grenzen Mosambiks Auswirkungen hat. Diese Krankheit nennt sich Goldfieber. Unsere lobende Erwähnung für den besten Dokumentarfilm geht an „Gold Fever“.

SPECIAL MENTION: Retouch

We would also like to give a Special Mention to a film with a strong female lead. We have seen many interesting female characters these past days, but none of them take faith into their own hands as the woman in this Iranian film. The male director of this gripping film gives suppressed women a voice and makes a bold statement on the Iranian society. The second Special Mention goes to „Retouch“ by Kaveh Mazaheri and his crew.

AUDIENCE AWARD: Tracing Addai